SolarCheck

Welche Solaranlagen-Größe brauche ich? Rechner + Tabellen

Die richtige Dimensionierung ist entscheidend für die Wirtschaftlichkeit Ihrer Solaranlage. Wir erklären die Faustformel, zeigen Empfehlungen nach Haushaltsgröße und berechnen den Extra-Bedarf für E-Auto und Wärmepumpe.

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Die Faustformel: So berechnen Sie die richtige Anlagengröße

Mit einer einfachen Formel kommen Sie schnell zur empfohlenen Anlagengröße. Der Faktor 1,2 berücksichtigt, dass ein Teil des erzeugten Stroms eingespeist wird und dass zukünftige Verbrauchssteigerungen (z.B. E-Auto) eingeplant werden sollten:

Die Formel
Jahresverbrauch (kWh) ÷ 1.000 × 1,2 = empfohlene kWp
Rechenbeispiel:
Jahresverbrauch: 4.500 kWh
Rechnung: 4.500 ÷ 1.000 × 1,2 = 5,4 kWp
Empfehlung:6–7 kWp (auf nächste ganze kWp runden)

Anlagengröße nach Haushaltsgröße (Tabelle)

Diese Tabelle zeigt Richtwerte nach typischen deutschen Haushalten. Der Jahresverbrauch variiert stark je nach Heizart, Haushaltsgröße und Lebensstil:

HaushaltJahresverbrauchEmpf. GrößeInvestitionJährl. Ertrag
1–2 Personen2.000–3.000 kWh4–5 kWp6.000–8.500 €4.000–5.000 kWh
2–3 Personen3.000–4.000 kWh5–7 kWp8.500–12.000 €5.000–7.000 kWh
4–5 PersonenHäufigster Fall4.500–5.500 kWh8–10 kWp13.000–17.000 €8.000–10.000 kWh
5+ Personen6.000–8.000 kWh10–15 kWp17.000–25.000 €10.000–15.000 kWh
+ Wärmepumpe (zusätzlich)+3.000–6.000 kWh+3–6 kWp+5.000–10.000 €+3.000–6.000 kWh
+ E-Auto (zusätzlich)+2.000–3.000 kWh+2–3 kWp+3.400–5.100 €+2.000–3.000 kWh

* Preise inkl. 0 % MwSt. 2026. Investition: 1.200–1.700 €/kWp, Ertrag basiert auf Mitteldeutschland (1.050 kWh/kWp).

Maximale Anlagengröße: Was ist zulässig?

Für private Haushalte gibt es keine gesetzliche Obergrenze für die Anlagengröße. Es gibt aber steuerliche und technische Schwellenwerte, die Sie kennen sollten:

Bis 10 kWpVereinfachte AnmeldepflichtVereinfacht

Kleinere Anforderungen an technische Schutzeinrichtungen. Anmeldung beim Netzbetreiber bleibt Pflicht, aber mit geringem Aufwand.

Bis 30 kWpSteuerbefreiung § 3 Nr. 72 EStGSteuerfrei

Solaranlagen bis 30 kWp auf Ein- und Zweifamilienhäusern sind vollständig von der Einkommensteuer befreit — Eigenverbrauch und Einspeisevergütung. Kein Gewerbe, keine Gewinnermittlung nötig.

Über 10 kWpTechnische Anforderungen NetzbetreiberAuflagen beachten

Ab 10 kWp müssen zusätzliche technische Anforderungen erfüllt werden (Fernsteuerbarkeit, Einspeisemanagement). Der Netzbetreiber kann den Netzzugang einschränken. Auch Pflicht zur MaStR-Registrierung gilt weiterhin.

Über 30 kWpTeilweise steuerpflichtigSteuer prüfen

Bei Anlagen über 30 kWp gilt die Steuerbefreiung nur für die ersten 30 kWp. Für den übersteigenden Teil muss eine Gewinnermittlung erstellt werden. Für Privatpersonen in der Regel kein relevanter Bereich.

Zu groß oder zu klein: Was ist schlimmer?

Viele Haushalte fragen sich, ob sie lieber etwas großzügiger oder eher knapp dimensionieren sollen. Die klare Antwort: Lieber etwas zu groß.

Zu groß dimensioniert

  • Mehr Eigenverbrauch möglich
  • Überschuss bringt 7,78 ct/kWh Vergütung
  • Reserve für zukünftige Verbrauchssteigerung
  • Günstiger kWp-Preis bei größerer Anlage

Zu klein dimensioniert

  • Verpasstes Eigenverbrauchspotenzial
  • Hohe Fixkosten (Anmeldung, WR) amortisieren sich schlechter
  • Nachrüstung teurer als direkt größer kaufen
  • E-Auto/WP-Nachrüstung erfordert Erweiterung

Solaranlage für E-Auto: Wie viel kWp extra?

Ein E-Auto erhöht den jährlichen Haushaltsstromverbrauch deutlich — und bietet gleichzeitig eine hervorragende Möglichkeit, den Solarstrom selbst zu verbrauchen. Denn das Laden tagsüber, wenn die Sonne scheint, ist der effektivste Eigenverbrauch überhaupt.

15.000 km/Jahr
~2.250 kWh
Strombedarf E-Auto
→ +2–3 kWp extra
25.000 km/Jahr
~3.750 kWh
Strombedarf E-Auto
→ +3–5 kWp extra
2 E-Autos
~5.000 kWh
Strombedarf gesamt
→ +5–7 kWp extra

Mit einer PV-gesteuerten Wallbox (700–1.500 €) können 30–60 % des jährlichen E-Auto-Stroms kostenlos aus der eigenen Anlage kommen. Die Wallbox erkennt Solarüberschuss und startet automatisch den Ladevorgang — ohne dass Sie eingreifen müssen.

Solaranlage für Wärmepumpe: Zusammenspiel optimieren

Eine Wärmepumpe ist der ideale Solarstrom-Verbraucher: Sie läuft tagsüber, wenn die PV-Anlage produziert, und kann Wärme in der Gebäudemasse oder einem Pufferspeicher speichern. So kommen bis zu 60 % des Heizstroms kostenlos aus dem eigenen Dach.

Gebäudetyp / WP-GrößeWP-Strombedarf/J.Extra kWp empfohlenAnteil aus PV möglich
Kleines EFH (gut gedämmt)2.500–3.500 kWh+2,5–4 kWp40–60 %
Mittleres EFH (Ø Dämmung)3.500–5.000 kWh+3,5–6 kWp35–55 %
Großes EFH / Altbau5.000–8.000 kWh+5–8 kWp30–50 %
+ Warmwasser (über WP)+1.000–1.500 kWh+1–1,5 kWp50–70 %

* Anteil aus PV bei Tagesladen-Optimierung ohne Batteriespeicher. Mit Speicher sind noch höhere Eigenverbrauchsanteile möglich.

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Häufige Fragen: Solaranlagen-Größe

Wie groß sollte meine Solaranlage sein?

Als Faustformel gilt: Jahresverbrauch (kWh) ÷ 1.000 × 1,2 = empfohlene kWp. Ein 4-Personen-Haushalt mit 4.500 kWh Jahresverbrauch benötigt also ca. 4,5 × 1,2 = 5,4 kWp — aufgerundet auf 6–7 kWp. Mit Wärmepumpe oder E-Auto 3–6 kWp mehr einplanen.

Was ist die maximale Solaranlagen-Größe für Steuerbefreiung?

Solaranlagen bis 30 kWp sind nach § 3 Nr. 72 EStG vollständig von der Einkommensteuer befreit — sowohl Eigenverbrauch als auch Einspeisevergütung. Bei Anlagen über 30 kWp gilt die Steuerbefreiung nur für die ersten 30 kWp. Anlagen bis 10 kWp profitieren zusätzlich von vereinfachten Anmeldepflichten.

Wie viel kWp brauche ich für ein Elektroauto?

Ein Elektroauto mit 15.000 km/Jahr Fahrleistung benötigt etwa 2.000–3.000 kWh/Jahr zusätzlichen Strom. Das entspricht 2–3 kWp zusätzlicher PV-Leistung. Mit einer PV-gesteuerten Wallbox können Sie 30–60 % des Jahresstrombedarfs Ihres E-Autos kostenlos aus der eigenen Anlage decken.

Ist es besser, die Solaranlage zu groß oder zu klein zu dimensionieren?

Zu klein ist schlimmer als zu groß. Zu kleine Anlagen verpassen Ertragspotenzial und können den Eigenverbrauch nicht gut abdecken. Zu große Anlagen speisen Überschuss ein (7,78 ct/kWh) — das ist zwar weniger rentabel als Eigenverbrauch, aber kein Verlust. Modulpreise sind heute so günstig, dass eine etwas größere Anlage kaum teurer ist.

Wie viel kWp brauche ich für eine Wärmepumpe?

Eine Luft-Wärmepumpe für ein durchschnittliches Einfamilienhaus benötigt 3.000–6.000 kWh/Jahr Strom. Das entspricht 3–6 kWp zusätzlicher PV-Kapazität. Mit großzügiger PV-Dimensionierung und Wärmepumpe mit PV-Freigabe-Funktion können 40–60 % des Heizstroms kostenlos aus dem eigenen Dach kommen.

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