Solaranlage Ertrag berechnen:
kWh, Jahresertrag & Eigenverbrauch 2026
Wie viel Strom erzeugt Ihre Solaranlage tatsächlich? Mit der richtigen Formel, regionalen Ertragswerten und Optimierungs-Tipps für mehr Eigenverbrauch.
Die Grundformel für den Solarertrag
Jahresertrag
Leistung (kWp) × spezifischer Ertrag (kWh/kWp) = Jahresertrag (kWh)
10 kWp
Anlagenleistung
Typische Hausdachanlage
× 950 kWh/kWp
Spezifischer Ertrag
Deutschlandweiter Mittelwert
= 9.500 kWh/Jahr
Jahresertrag
Entspricht ca. 3 Haushaltsjahren
Spezifischer Ertrag nach Bundesland
| Bundesland | kWh/kWp (Bandbreite) | Jahresertrag 10 kWp |
|---|---|---|
| Bayern | 950–1.100 kWh/kWp | 9.500–11.000 kWh |
| Baden-Württemberg | 930–1.080 kWh/kWp | 9.300–10.800 kWh |
| Hessen | 900–1.020 kWh/kWp | 9.000–10.200 kWh |
| Rheinland-Pfalz | 920–1.050 kWh/kWp | 9.200–10.500 kWh |
| NRW | 880–1.000 kWh/kWp | 8.800–10.000 kWh |
| Niedersachsen | 870–980 kWh/kWp | 8.700–9.800 kWh |
| Brandenburg | 900–1.020 kWh/kWp | 9.000–10.200 kWh |
| Hamburg / Schleswig-Holstein | 850–960 kWh/kWp | 8.500–9.600 kWh |
Werte gelten für optimale Südausrichtung mit 30–35° Neigung, ohne Verschattung.
Einfluss der Dachausrichtung auf den Ertrag
| Ausrichtung | Neigung | Ertragsfaktor | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Süd (optimal) | 30–35° | 100 % | Maximaler Jahresertrag |
| Süd-West / Süd-Ost | 30–35° | 95–97 % | Nahezu optimal |
| West oder Ost | 30–35° | 80–85 % | Besser für Morgen/Abendertrag |
| Ost-West (Split) | 20–30° | 88–92 % | Gleichmäßigeres Tagesprofil |
| Nord-West / Nord-Ost | 20–30° | 65–75 % | Weniger sinnvoll |
| Flach (Flachdach) | 10–15° | 90–95 % | Aufständerung möglich |
Eigenverbrauchsquote erhöhen — so geht es
Selbst verbrauchter Solarstrom erspart Ihnen den Kauf von Netzstrom (ca. 35 ct/kWh). Eingespeister Strom bringt nur 8–12 ct/kWh. Deshalb ist eine hohe Eigenverbrauchsquote entscheidend für die Wirtschaftlichkeit.
Batteriespeicher
+30–50 % EigenverbrauchsquoteSpeichert überschüssigen Mittagsstrom für Abend und Nacht.
E-Auto tagsüber laden
+15–25 % EigenverbrauchsquoteWallbox-Steuerung lädt bei Solarüberschuss — ideal für Homeoffice.
Waschmaschine & Spülmaschine tagsüber
+5–10 % EigenverbrauchsquoteSmart-Home-Steuerung zeitverzögert für Solarüberschuss konfigurieren.
Wärmepumpe mit Solarstrom
+10–20 % EigenverbrauchsquoteWärmepumpe in Solarspitzenzeiten betreiben und thermisch speichern.
Häufige Fragen zum Solarertrag
Wie viel kWh erzeugt 1 kWp Solaranlage pro Jahr?
In Deutschland erzeugt 1 kWp Photovoltaik im Durchschnitt 900–1.100 kWh pro Jahr, je nach Region und Dachausrichtung. Im Süden (Bayern, Baden-Württemberg) sind es 950–1.100 kWh/kWp, im Norden (Hamburg, Schleswig-Holstein) eher 850–950 kWh/kWp. Bei optimaler Südausrichtung und 30–35° Neigung werden die besten Werte erreicht.
Wie berechne ich den Jahresertrag meiner Solaranlage?
Formel: Jahresertrag (kWh) = Anlagenleistung (kWp) × spezifischer Ertrag (kWh/kWp). Beispiel: 10 kWp × 950 kWh/kWp = 9.500 kWh/Jahr. Der spezifische Ertrag hängt von Standort, Dachneigung, Ausrichtung und Verschattung ab. Online-Tools wie PVGIS der EU liefern standortgenaue Werte.
Welche Dachneigung ist optimal für Solaranlagen?
Die optimale Dachneigung für maximalen Jahresertrag liegt in Deutschland bei 30–35°. Flachere Dächer (15–20°) liefern 95 % des Maximalertrags, haben aber Vorteile bei der Montage und Reinigung. Steile Dächer über 45° verlieren etwas Jahresertrag, dafür ist der Winterertrag bei tiefer Sonne besser.
Wie viel Strom verbrauche ich selbst von meiner Solaranlage?
Die Eigenverbrauchsquote liegt bei einem durchschnittlichen Haushalt ohne Speicher bei 25–35 %. Mit einem Batteriespeicher steigt sie auf 60–80 %. Mit einem E-Auto, das tagsüber geladen wird, können sogar 70–90 % erreicht werden. Je höher die Eigenverbrauchsquote, desto wirtschaftlicher die Anlage.
Wie wirkt sich die Ausrichtung des Dachs auf den Ertrag aus?
Süd-Ausrichtung gilt als optimal (100 % Referenzertrag). Ost- oder West-Ausrichtung liefert ca. 80–85 % des Süd-Ertrags. Nord-Ausrichtung (wenig sinnvoll) nur 60–70 %. Ost-West-Anlagen haben den Vorteil, dass sie morgens und abends mehr produzieren — was besser zum Verbrauchsprofil vieler Haushalte passt.
Was reduziert den Solarertrag?
Die häufigsten Ertragsminderer sind: Verschattung durch Bäume, Schornsteine oder Nachbargebäude (bis -50 %); Verschmutzung der Module (-5 bis -15 %); Leitungsverluste (-2 bis -5 %); Wechselrichter-Verluste (-1 bis -3 %); Temperaturverluste bei hoher Hitze (-5 bis -10 %). Regelmäßige Reinigung und gute Planung ohne Verschattung sind die wichtigsten Maßnahmen.
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